Pflege votiert für Kammer in Sachsen

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69,9 % der Pflegekräfte in Sachsen wollen eine Pflegekammer


Ergebnisse der Basisbefragung zur Errichtung einer Pflegekammer in Sachsen

Pflegekammern in Deutschland sind seit Jahren ein in ständiger Diskussion stehendes Thema. Über die Meinung der Pflegebasis zu diesen Bestrebungen liegen bundesweit bisher keine repräsentativen Daten vor, noch wurden diese erhoben.

Den Ausgangspunkt der landesweiten Befragung in Sachsen stellte ein indirekter Auftrag des Sächsischen Ministeriums für Soziales und Verbraucherschutz in Dresden an den Sächsischen Pflegerat (SPR) dar, vor Weiterführung der Gespräche zur Pflegekammer ein Meinungsbild der sächsischen Pflegekräfte zu erheben, um anschließend eine Grundlage für weitere Gespräche und eine Positionierung zu diesem Thema zu erreichen.

Die Querschnittsstudie startete Anfang November 2010 und endete im März 2011. Insgesamt wurden 13.085 Fragebögen an die betreffenden Pflegekräfte ausgehändigt. Die Summe der ausgefüllten, zurückgesendeten Fragebögen betrug 2.582. Das entspricht einer Rücklaufquote von 19,73 %. Bezogen auf alle Pflegekräfte in Sachsen lag der Rücklauf der Basisbefragung bei einem Gesamtanteil von 6,36 % aller 40.321 betreffenden Pflegekräfte in Sachsen. Es haben sich 41 Krankenhäuser, 2 Rehabilitationseinrichtungen, 98 ambulante Pflegedienste und 22 Pflegeheime an der Umfrage beteiligt. Damit ist die Basisbefragung zur Errichtung einer Pflegekammer in Sachsen die größte zusammenhängende Befragung von Pflegekräften zu dieser Thematik in Deutschland und ermöglicht repräsentative Aussagen durch die gewonnen Ergebnisse.

Das Hauptziel dieser Untersuchung beinhaltete die Einschätzung der Pflegebasis über die Notwendigkeit der Errichtung einer Pflegekammer in Sachsen. Die Pflegekräfte waren mit einer Mehrheit von über zwei Drittel (69,9 %) der Meinung, dass eine Pflegekammer in Sachsen eingerichtet werden sollte. Lediglich 7,5 % der Pflegekräfte waren der Auffassung, dass keine Pflegekammer für Sachsen notwendig ist. Damit ist die Meinung der Pflegenden eindeutig, dass es eine Pflegekammer in Sachsen braucht. Es besteht dennoch ein gewisser Aufklärungs- und Handlungsbedarf zum Thema Pflegekammer, da 22,7 % der Pflegekräfte noch unentschieden sind.

Nach der Frage zur Beurteilung der berufspoltischen Situation gaben die Pflegenden am häufigsten mit 83,9 % an, dass eine Verbesserung und Sicherung der Anerkennung der Pflegeberufe für die Zukunft eintreten muss. Dies gleicht sich mit dem derzeitigen negativen Image der Pflegeberufe in der Gesellschaft und vor allem bei der Rekrutierung von qualifiziertem Nachwuchs. Aber auch der Aspekt, dass die Pflege nicht den notwendigen Stellenwert in der Politik hat. 

Bei der Bewertung der Aufgaben einer Pflegekammer lag die höchste Bedeutung in der Regelung der Aus-, Fort- und Weiterbildung mit 87,1 %. Die Pflegekräfte sehen hier einen gesteigerten Handlungsbedarf sowie Unterstützung durch die Pflegekammer. Gleichwohl ist positiv festzuhalten, dass die Pflegenden nicht nur ausschließlich Aufgaben zu Gunsten ihrer eigenen Interessen und den daraus resultierenden Nutzen für wichtig erachten, sondern mit 84,9 % auch der Schutz der Bevölkerung vor Pflegefehlern einen hohen Vorrang im Tätigkeitsfeld einer Kammer haben muss.

Bestehende Gegenargumente wurden ebenfalls in der Befragung eingeschätzt. Anhand der Auswertung der Fragebögen ergab sich, dass im Mittel 59,5 % der Pflegekräfte, die eine Kammer mit einem Gegenargument wie Pflichtmitgliedschaft,  Mitgliedsbeitrag und Bürokratie verbinden, zum Schluss doch für eine Pflegekammer stimmten. Zusammenfassend bleibt daher festzuhalten, dass zwar die Gegenargumente berechtigt bestehen, aber dennoch anhand der Ergebnisse keinen entscheidenden Einfluss auf die Meinung der Pflegebasis Errichtung einer Pflegekammer in Sachsen haben.


Die Ergebnisse der Basisbefragung wurden bei der diesjährigen Pflege- und Homecare-Messe in Leipzig am 29.09.2011 durch den Vorsitzenden des Sächsischen Pflegerats  Konrad Schumann an die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Christine Clauß übergeben, um eine Position zu diesem Thema zu bewirken und eine Entscheidung der Regierung für die Errichtung einer Pflegekammer in Sachsen zu erzielen.


Korrespondenzadresse:
Klinikum Chemnitz gGmbH
Pflegedirektion
Flemmingstraße 2
09116 Chemnitz
Tel.: 0371 - 333 33 240
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 05. September 2012 um 05:42 Uhr  

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Die Fördervereine zur Errichtung einer Pflegekammer sind bundesweit agierende Vereine, die es sich zur Aufgabe gesetzt haben, eine Pflegekammer in dem jeweiligen Bundesland umzusetzen. Dazu arbeiten sie überwiegend mit den jeweiligen Landespflegeräten zusammen, um dieses Ziel zu erreichen.

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